Vater!

Ein Nachmittag, vielleicht später, Vater sitzt
 im Sessel, den Hund an seiner Seite,
 -draußen peitscht der Wind das herbstliche Laub-
 gedankenverloren, die Hand ruht auf dem Tier,
 du gebannt auf den Bildschirm starrend,
 noch ein Hund, Krambambuli stirbt.
 Vater, das strenge Gesicht zu Tränen geballt,
 schließt der dein Herz auf?
 Was wir so schwer konnten...

Und so bist du in unserm Erinnern,
 Liebe und Zorn
 hatten ein Fundament in dir,
 ein Beet, unbestimmt wer es pflanzte.
 Du wolltest die Mitte und kämpftest doch
 immer am Rand, allein, mehr gegen dich
 und verlorst dich, UNS.

Uns bleibt dein flüchtiges Lächeln und der Sturm,
 den du sätest
 und mit dir genommen hast.

Ohne Hund wirst du einsam sein, da OBEN.   

 

Michael Schmal Juni 2021

Lebenslauf

Ganz kurz berichtet,
das Belanglose verdichtet.
Kein Fühlen besprochen,
nur Fakten erbrochen.
Auf Lügen nicht verzichtet,
Ich vergessen; Ich erdichtet.
Auf nur zwei Seiten gezwängt,
zu viel von allem verdrängt.
Über mich spricht er nicht,
zeigt keine Falte im Gesicht.
Ist mir nicht verpflichtet
und hat mich doch gerichtet.

Kurze Reise

Wenn der Stein über das Wasser schnellt,
hinterlässt er diese magischen Ringe
und für Momente,
von Sprung zu Sprung,
sind sie das Maß aller Dinge.
Augenblicke später ist da nichts mehr,
nur flüchtig vom Leben berührt
zogen sie ihre Kreise,
schnell wie sie kamen, geh’ n sie dahin
und schon im Anfang ruhte das Ende der Reise.


Liebesgedicht

Mit Dornen umfing ich
den Rosenstrauch,
ein Seidentuch verfing sich, während 
der Winter in den Zweigen lauscht.

Ein Hauch von Schnee bedeckt die Blume,
mir tut das Herz so weh,
während ich die Liebe suche,
die ich in einer letzten Knospe seh.

Wo jenes rot noch schimmert,
in dem mein Fühlen lebt,
da meine Kälte wimmert
und mich die Rose doch erträgt.

An ihre Dornen schmiegt sich,
mein Glück und mein Verstand,
dass dieser Rosenstock nicht bricht,
an dem ich Ruh und Frieden fand.